Studio 1 | Vorschau

 

the world is round

Once upon a time the world was round

and you could go on it around and around.

 

Der Kammerchor Nikolassee singt das, was andere nicht singen: diesmal ist es Johann Sebastian Bachs Wohltemperiertes Klavier in einer Bearbeitung für Chor, Schlagzeug, Klavier und Schreibmaschine nach Texten aus Gertrude Steins The World Is Round.

Alles ist rund in der Welt des kleinen Mädchens Rose: Buchstaben, Zahlen, der Mond und die Sterne. Die ganze Welt ist rund in Gertrude Steins The World Is Round, und sie ist voller Farben. Blau ist Roses Lieblingsfarbe. Rot sind der Abend und der Morgen. Auf den Bergen ist es grün, aber wenn die Berge hoch sind und weit weg, sind sie blau. Rose singt gerne. Dabei stellt sie sich spielerisch ernste Fragen: Warum ist sie ein kleines Mädchen, und warum ist ihr Name Rose? Und wann ist sie ein kleines Mädchen und wo? Und wäre sie das kleine Mädchen Rose, wenn ihr Name nicht Rose wäre? Sie ritzt ihren Namen in einen Baum, was nicht einfach ist, denn Buchstaben sind rund. Sie ritzt immer rundherum: Rose is a rose is a rose …

Der Komponist Vincent Sebastian Andreas verbindet Bachs Wohltemperiertes Klavier mit Worten aus Gertrude Steins The World Is Round. So lassen sich die Geschichte von Rose aus The World Is Round als auch die Präludien und Fugen aus Bachs Wohltemperiertem Klavier aus einem völlig neuen Blickwinkel betrachten und erleben.

Obwohl Bachs Originalkomposition immer präsent ist, wird die Bearbeitung durch die Ebene des Chors und die neuen Klänge und Rhythmen des Schlagzeugs in Verbindung mit dem Rhythmus der Schreibmaschine zu einem Stück Neuer Musik. Gertrude Steins einzigartige Sachlichkeit, Nüchternheit, Verspieltheit trifft auf Bachs einzigartige Sachlichkeit, Nüchternheit, Verspieltheit – und über die 300 Jahre hinweg schließt sich ein Kreis.

 

Kammerchor Nikolassee

Leitung: Vincent Sebastian Andreas

Hansol Cho (Klavier)

Fabian Musick (Schlagzeug)

Sebastian Trimolt (Schlagzeug)

Birte Enzenberger (Schreibmaschine)

2.03.2019 / 3.03.2019 jeweils 19 Uhr

Der Eintritt ist frei. Spenden erbeten.

 

 

 

the horizon looks different from afar.

Eine Gruppenausstellung der Berliner Künstlervereinigung pilote, kuratiert von Monique Wysterski

Künstler*innen:
Betty Böhm, Selket Chlupka, Carla Mercedes Hihn, Kathrin Ganser, Katja Pudor, Sarah Straßmann, Attilio Tono und Valentina Torrado mit Héctor Solari (Gastkünstler)

Eröffnung:                Donnerstag, 7. März 2019, 19 – 22 Uhr
Ausstellungsdauer:  08.03. – 10.03.2019
Öffnungszeiten:        Fr/Sa 12 – 20 Uhr, So 12 – 18 Uhr
Eintritt:                      frei

Website pilote:        www.pilote-contemporary.com

Veranstaltungen:
Samstag, 09. März 2019, 16 Uhr: Live Performance von Katja Pudor
Sonntag, 10. März 2019, 15 Uhr: Meet the artists! Künstlergespräch

 

 

Die Berliner Künstlervereinigung pilote präsentiert in der Ausstellung „The horizon looks different from afar.“ neueste Werke ihrer acht zeitgenössischen Künstler*innen.

Die gezeigten Arbeiten spiegeln die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich höchst aktuellen Fragen wider, die sich der allgegenwärtigen Thematik der Grenze und den mit ihrem Terminus kollidierenden unterschiedlichen Wahrnehmungen beschäftigen: Was ist eine Grenze, welche Konnotationen gehen mit ihrer vielfältigen Nutzung und Betrachtung einher? Und wie wird ihre Symbolik im kollektiven Imaginären in den verschiedenen soziokulturellen Bereichen verstanden und dargestellt?

Ziel der Ausstellung ist es, sich diesem sehr komplexen Thema künstlerisch zu nähern. Ergebnis dessen sind Reflexionen der Künstler*innen, denen vor allem persönliche Erfahrungen und individuelle Betrachtungen zu Grunde liegen. Es geht dabei nicht um Antizipation oder darum oben angeführte Fragen konkret zu beantworten.

pilote reagiert auf aktuelle gesellschaftspolitische Entwicklungen und bietet auf künstlerischer Ebene Ansätze an, die aufmerksam machen, zum Nachdenken anregen und vielleicht die Bereitschaft fördern, das eigene Empfinden zu prüfen, sowie mögliche Debatten zu eröffnen. In den vielfältigen künstlerischen Werken werden beispielhaft verschiedene Mikrokontexte aus dem aktuellen Zeitgeschehen aufgegriffen und intensiv soziale, politishe, kulturelle und auch philosophische Dimensionen von Teilung und ihren Folgen reflektiert.

Die ausstellenden Künstler*innen filtern hierfür vor ihren jeweiligen künstlerischen Hintergründen differenzierte, für sie selbst besonders relevante Dimensionen des Themas heraus und verleihen den eigenen Annahmen schließlich in Fotografie, Film, Grafik, Malerei, Performance, Installation und Skulptur Ausdruck, mitunter multidisziplinär.