Studio 1 | Vorschau

VOM SEHEN UND GESEHENWERDEN

30 Jahre Karneval der Kulturen Eine Gruppenausstellung mit 14 künstlerischen Positionen

13.–26. Mai 2026 | Studio 1, Kunstquartier Bethanien, Berlin

Öffnungszeiten: Mo-Fr 14-20 Uhr (Ruhetag 18.05) Sa-So 12-20 Uhr

Ausgangspunkt der Ausstellung ist ein zentrales Paradox: Der Karneval der Kulturen war seit seinen Anfängen 1996 ein Ort der Befreiung, in dem die Straße sich in die größte Bühne der Stadt verwandelt. Körper nehmen Raum ein und dürfen laut sein, und die Community wird zum Mittelpunkt des öffentlichen Lebens. Gleichzeitig hat sich der Karneval als Spiegel eines exotisierenden Begehrens etabliert: ein Fest, in dem sich „Kulturen“ oder schlimmer noch: Nationen präsentieren, und das eine Idee von Authentizität inszeniert, die nicht mehr ist als das Spiegelbild dessen, was als fremd und begehrenswert gilt. Der Karneval der Kulturen ist eine ambivalente Veranstaltung, die zwei Projektionslogiken gleichzeitig bedient: Er ist Raum der Selbstexpression und Raum der Projektion des Anderen. Diese Ambivalenz, mit all ihren Polen und Widersprüchen, ist das, womit sich die Ausstellung auseinandersetzt.

14 Künstler*innen unterschiedlicher Generationen und mit unterschiedlichen Erfahrungen des Karnevals der Kulturen wurden eingeladen ihre künstlerische Arbeit im und außerhalb des Kontexts des KdK zu präsentieren. Sie wurden als Einzelpositionen eingeladen, nicht weil sie größere Gruppen repräsentieren. Es wäre unmöglich, die Tausenden von Künstler*innen abzubilden, die durch den Karneval gegangen sind. Diese 14 Positionen sprechen in völlig unterschiedlichen künstlerischen Sprachen und Formaten: Wir erleben eine Konjunktur von Hochkultur und Populärkultur, des Konzeptuellen und des Extravaganten, des Intimen und des Spektakulären. Gemeinsam befragen diese Stimmen Blickregime sowie die langsame, kontinuierliche Arbeit, als mehrdimensionale Diaspora zu existieren und zu handeln.

Künstlerische Positionen: Bimal Fabbri, Coco Fusco, Guillermo Gómez-Peña & Paula Heredia, Mohamad Halbouni, Ikuku Berlin, Daniela Incoronato, Melissa Kurt, Joaquin La Habana, Fred Plassmann & Erika Martínez, Bassirou Sarr, Su-Ran Sichling, Murah Soares, Edmundo Torres, Nancy Torres, Luisa Ungar. Ausstellungsvorraum: Van Bo Le-Mentzel & Werkstatt für Alles. Kuratorin: Juana Awad. Kuratorische Assistenz: Mehtap Avci. Veranstalter: Piranha Arts AG.

Programm: Come As You Are: ein Tag offener Praktiken (Rundgang, Talks etc.) Sonntag, 17. Mai, 12:00 – 20:00 Uhr, Eintritt jederzeit möglich

Förderung durch die Kulturverwaltung des Landes Berlin