10 trials and no more reels
Aktionsreihe und Installationen von Sebastian Hirn
Freitag, 9. Oktober 19:30
Eintritt frei
Anfahrt Busse 140 Mariannenplatz
U3/U1 Kottbusser Tor
Konzeption & Installation: Sebastian Hirn
Bass/Schlagzeug: Florian Götte
Trompete/Flügelhorn: Franz Koglmann
Schlagzeug/Perkussion: Zoro Babel
Performer*innen: Julia Turbahn, Alessandra Defazio, Julia B. Laperrière
Bild: Sebastian Hirn, »10 Trials and nor more reels«, Lothringer13, München, Photo: Bijon de Kock

www.sebastianhirn.com/10-trials-and-no-more-reels
»10 trials and no more reels« ist eine Aktionsreihe, in der gängige Gattungsgrenzen zwischen Musik, Tanz, Theater und bildender Kunst aufgehoben werden.
Ein Krabbenkutter wurde mit Kettensägen in Teile zerlegt. Anschließend wurden die Teile in einem alten Schwimmbad in München wieder zusammengefügt. Die Installation wurde über ein Jahr lang in verschiedenen Konstellationen aus Tänzer*innen und Musiker*innen bespielt. Nachdem das Schiff in einer alten Farbenfabrik in München Sendling Teil einer Aktion wurde, wurde es in der Lothringer13 und der Schwere Reiter Halle in München installiert, in der Roten Fabrik in Zürich, dem Kunstraum Nestroyhof in Wien und im SwitchLab in Bukarest.
Erstmalig ist die Arbeit nun in Berlin im Studio 1 des Kunstquartier Bethanien zu sehen.
Ausgehend von einer radikal subjektiven Beschäftigung mit Buster Keatons filmischem Werk wird in »10 trials and no more reels« der menschliche Körper aus seinem unmittelbaren Regelzusammenhang gelöst und befragt. Das Studio 1, die ehemalige Kirche des historischen Central-Diakonissen-Hauses Bethanien wird zum Mitspieler. Metaphysische Sicherheiten geraten ins Wanken. Die Musiker loten mit den Performer*innen die Grenzen von Raum und Klang, Körper und Zeit aus und machen sie für die Anwesenden sinnlich erfahrbar. Die Musiker sind mit ihren Körpern und Instrumenten unmittelbar involviert und die Performer*innen Teil des ‚Klangkörpers‘. Jeder Tritt führt ins Ungewisse, die Schwerkraft scheint außer Kontrolle, das Koordinatensystem ist unsicher geworden, die Körper werden ungeschützt der Umgebung ausgesetzt, Schichten werden freigelegt, die Konstruktion kommt zum Vorschein, neue Perspektiven entstehen. Wie Readymades werden die Objekte und Instrumente zur eigenständigen Skulptur, zur abstrakten Form. In der Umkehrung des Horizonts erscheinen die engen Grenzen unserer Realität.
Mit der freundlichen Unterstützung des Kulturreferat der Landeshauptstadt München und der Achim Freyer Stiftung
English version
10 trials and no more reels
A series of performances and installations by Sebastian Hirn
Friday, 9 October 7.30 pm
Free admission
Concept/Installation: Sebastian Hirn
Bass/Drums: Florian Götte
Flugelhorn: Franz Koglmann
Drums/Percussion: Zoro Babel
Performers: Alessandra Defazio, Julia B. Laperrière, Julia Turbahn
With the kind support of the City of Munich and the Achim Freyer Foundation
www.sebastianhirn.com/10-trials-and-no-more-reels
‘10 trials and no more reels’ is a series of performances that breaks down conventional genre boundaries between music, dance, theatre and the visual arts.
A crab fishing boat was dismantled into pieces using chainsaws. The pieces were then reassembled in an old swimming pool in Munich. The installation was performed over the course of a year by various combinations of dancers and musicians. After the vessel formed part of a performance at an old paint factory in Munich’s Sendling district, it was installed at Lothringer13 and the Schwere Reiter Halle in Munich, the Rote Fabrik in Zurich, the Kunstraum Nestroyhof in Vienna and the SwitchLab in Bucharest.
The work is now on display for the first time in Berlin at Studio 1 of the Kunstquartier Bethanien.
Building on a radically subjective exploration of Buster Keaton’s cinematic oeuvre, ‘10 trials and no more reels’ detaches the human body from its immediate regulatory context and questions it. Studio 1, the former church of the historic Central Deaconess House Bethanien, becomes a participant in the piece. Metaphysical certainties are thrown into question. Together with the performers, the musicians explore the boundaries of space and sound, body and time, making them a sensory experience for the audience. The musicians are directly involved with their bodies and instruments, whilst the performers form part of the ‘sounding body’. Every step leads into the unknown; gravity seems out of control; the coordinate system has become unstable; bodies are exposed to their surroundings without protection; layers are laid bare; the structure is revealed; new perspectives emerge. Like readymades, the objects and instruments become independent sculptures, abstract forms. As the horizon is inverted, the narrow boundaries of our reality come into view.
With the kind support of the Cultural Affairs Department of the City of Munich and the Achim Freyer Foundation
VOM SEHEN UND GESEHENWERDEN
30 Jahre Karneval der Kulturen Eine Gruppenausstellung mit 14 künstlerischen Positionen
13.–26. Mai 2026 | Studio 1, Kunstquartier Bethanien, Berlin
Öffnungszeiten: Mo-Fr 14-20 Uhr (Ruhetag 18.05) Sa-So 12-20 Uhr

Ausgangspunkt der Ausstellung ist ein zentrales Paradox: Der Karneval der Kulturen war seit seinen Anfängen 1996 ein Ort der Befreiung, in dem die Straße sich in die größte Bühne der Stadt verwandelt. Körper nehmen Raum ein und dürfen laut sein, und die Community wird zum Mittelpunkt des öffentlichen Lebens. Gleichzeitig hat sich der Karneval als Spiegel eines exotisierenden Begehrens etabliert: ein Fest, in dem sich „Kulturen“ oder schlimmer noch: Nationen präsentieren, und das eine Idee von Authentizität inszeniert, die nicht mehr ist als das Spiegelbild dessen, was als fremd und begehrenswert gilt. Der Karneval der Kulturen ist eine ambivalente Veranstaltung, die zwei Projektionslogiken gleichzeitig bedient: Er ist Raum der Selbstexpression und Raum der Projektion des Anderen. Diese Ambivalenz, mit all ihren Polen und Widersprüchen, ist das, womit sich die Ausstellung auseinandersetzt.
14 Künstler*innen unterschiedlicher Generationen und mit unterschiedlichen Erfahrungen des Karnevals der Kulturen wurden eingeladen ihre künstlerische Arbeit im und außerhalb des Kontexts des KdK zu präsentieren. Sie wurden als Einzelpositionen eingeladen, nicht weil sie größere Gruppen repräsentieren. Es wäre unmöglich, die Tausenden von Künstler*innen abzubilden, die durch den Karneval gegangen sind. Diese 14 Positionen sprechen in völlig unterschiedlichen künstlerischen Sprachen und Formaten: Wir erleben eine Konjunktur von Hochkultur und Populärkultur, des Konzeptuellen und des Extravaganten, des Intimen und des Spektakulären. Gemeinsam befragen diese Stimmen Blickregime sowie die langsame, kontinuierliche Arbeit, als mehrdimensionale Diaspora zu existieren und zu handeln.
Künstlerische Positionen: Bimal Fabbri, Coco Fusco, Guillermo Gómez-Peña & Paula Heredia, Mohamad Halbouni, Ikuku Berlin, Daniela Incoronato, Melissa Kurt, Joaquin La Habana, Fred Plassmann & Erika Martínez, Bassirou Sarr, Su-Ran Sichling, Murah Soares, Edmundo Torres, Nancy Torres, Luisa Ungar. Ausstellungsvorraum: Van Bo Le-Mentzel & Werkstatt für Alles. Kuratorin: Juana Awad. Kuratorische Assistenz: Mehtap Avci. Veranstalter: Piranha Arts AG.
Programm: Come As You Are: ein Tag offener Praktiken (Rundgang, Talks etc.) Sonntag, 17. Mai, 12:00 – 20:00 Uhr, Eintritt jederzeit möglich
Förderung durch die Kulturverwaltung des Landes Berlin

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